März 2010 Brief aus Mainz

Brief aus Mainz

Die Realschule plus ist eine logische schulpolitische Konsequenz aus dem massiven Rückgang des Besuchs der Hauptschulen, nicht nur in Rheinland-Pfalz.

In den letzten Wochen erklärten die Kultusminister der Länder Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen, zwei davon Mitglied der FDP, dass das Ende der Hauptschule eingeläutet sei, Saarland hat sie bereits vor einigen Jahren abgeschafft. Deshalb ist eine politische Diskussion über die Einführung zwischenzeitlich überflüssig, wichtig ist vielmehr, für eine gute Ausgestaltung der Schulen zu sorgen, die eine schwierige Aufgabe übernommen haben. Die Anmeldezahlen im Kreis Bad Kreuznach beweisen die Akzeptanz, in allen Fällen ist die Dreizügigkeit gewährleistet oder sogar überschritten. Kleinere Klassen mindesten in den Klassen 5 und 6 und eine stärkere Ausrichtung zur Berufsvorbereitung in den darauffolgenden Klassen sind ein wichtiger Beitrag, um junge Menschen für das Berufsleben fit zu machen. Die oft gehörte Klage, junge Menschen seien nach Ende der Schulzeit noch nicht berufsreif, muss zum Anlass genommen werden, die neue Schulform für eine noch bessere Förderung junger Menschen zu nutzen. Leider ist es nicht gelungen, für den Kreis Bad Kreuznach bezüglich der Schulträgerschaft eine Sonderregelung dahingehend durchzusetzen, dass diese für die Realschule plus von Kreis und Verbandsgemeinden bzw. Städten jeweils zu 50 % übernommen wird. Dagegen haben sich alle anderen Kreise gewehrt, weil nach dem Schulgesetz der Schulträgerschaft die Kostenträgerschaft folgt und eine Kostenteilung nicht vorgesehen ist. Wichtig für Eltern und Kinder ist aber nicht die Zuständigkeit für die Trägerschaft sondern eine weiterführende Schule in erreichbarer Nähe. Schließlich müssen wir bedenken, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler rückläufig ist, in diesem Jahr ca. 4%. Dieses Problem ist bei den Grundschulen bereits angekommen, viele Grundschulen sind nur noch einzügig. Deshalb müssen wir Schulpolitik als Aufgabe aller kommunalen Ebenen betrachten, der Ortsgemeinden, der Verbandsgemeinden, der Städte und des Kreises. Alle gemeinsam müssen das Geld dafür aufbringen, dass neben einer guten Lehrersversorgung durch das Land auch die äußeren Rahmenbedingungen für eine gute Schule gewährleistet sind.