01 2009 Brief aus Mainz
Brief aus Mainz
Es ist geschafft, der Untersuchungsausschuss Arp hat seine Beweisaufnahme abgeschlossen und muss jetzt noch den Abschlussbericht erstellen. Als stellvertretender Ausschussvorsitzender bin ich sehr froh darüber, denn meine Erfahrungen mit Untersuchungsausschüssen – es war immerhin der 7. in 18 Parlamentsjahren – haben sich bestätigt: der ungeheure Aufwand an Sach- und Personalkosten steht wieder einmal in keinem Verhältnis zum politischen Ertrag. Das wird bei diesem Ausschuss im Übrigen besonders deutlich. Riesige Aktenberge wanderten ins Parlament, dabei über vierhundert Ordner voller Bauunterlagen, die weitgehend unberührt zurück ins Finanzministerium gebracht werden. Viele Zeugen wurden gehört und haben sich mehr oder weniger gut an Sachverhalte erinnert, nach denen sie gefragt wurden. Aber wer erinnert sich schon an Einzelheiten von vor 20 und noch mehr Jahren; möglicherweise will man sich an das eine oder andere auch gar nicht erinnern. Dem Mitglied des Untersuchungsausschusses hat die Vorgeschichte des Arp-Museums, dessen Ursprünge bis in die Mitte der 60iger Jahre zurückreichen, immerhin Einblicke in Parlaments- und Regierungsabläufe über einen Zeitraum von 40 Jahren geboten. Damals noch als Land der Reben und Rüben verspottet, sollte die Entwicklung um den Bahnhof Rolandseck in unmittelbarer Nähe des Machtzentrums Bonn den Ruf als Hort zeitgenössischer Kunst aufpolieren. Das ist trotz aller negativer Schlagzeilen gelungen mit dem Bau des Arp-Museums durch den weltberühmten Architekt Meier. Die schon heute große Besucherzahl belegt dies eindeutig. Die verständlichen aber wenig erfolgreichen Versuche der CDU in Mainz, der Landesregierung nach dem Regierungswechsel 1991 falsche Grundsatzentscheidungen nachzuweisen, haben dem sogenannten „Leuchtturmprojekt“ wenig anhaben können.
Von großer Bedeutung war die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Arp Verein im Einvernehmen, diese war in den letzten Jahren Quelle ständigen Ärgers und somit eine der Hauptangriffsflächen. Die vertragliche Vereinbarung, mit dem Kinderhilfswerk UNICEF über das „Vermächtnis Rau“ ist darüber hinaus gewährleistet, dass neben der Arp Kunst eine Vielzahl weiterer Kunstgegenstände über den Zeitraum von 20 Jahren im Museum ausgestellt werden können. Damit war endgültig der „Dampf“ aus dem Untersuchungsausschuss raus. Damit kann der neue Leiter des Arp-Museums wesentlich ungestörter seiner Arbeit für die Kunst und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz und darüber hinaus leisten.