Wahlkampf 09

Wahlergebnisse der Kommunalwahlen:

Du hast die Wahl!

2. TV-Spot für Europa

Frank-Walter Steinmeier

9. März 2009

Liebe Genossin und lieber Genosse,
am Freitag haben wir unsere Kampagnenplattform www.wahlkampf09.de gestartet. Sie dient als Drehscheibe für unsere Aktivitäten in den sozialen Netzwerken, auf der Videoplattform Youtube und der Fotocommunity Flickr.
Außerdem werden ständig aktuelle Themen aufgearbeitet, unsere Leute beziehen Stellung und Mitarbeiter der Nordkurve im Willy-Brandt-Haus schreiben über die Kampagnenarbeit. Auch die Unterstützer kommen in einem eigenen Blog regelmäßig zu Wort.
Über das Wochenende haben sich fast 4.000 Unterstützer angemeldet, mit oder ohne Parteibuch. Das ist eine großartige Zahl und wir wollen weiter wachsen. Wir möchten nun auch dich, der als Mitglied unserer Community meineSPD.net bereits gezeigt hat, dass er der SPD nahe steht, bitten, Unterstützerin oder Unterstützer des Kanzlerkandidaten und der SPD zu werden.
Es lohnt sich!
Anmelden! Anpacken! Dabei sein!
Beste Grüße vom meineSPD.net Team

Kommunalwahlprogramm 2009

Kommunalwahlprogramm 2009

(Kommunalwahlprogramm als PDF herunterladen -130 KB)

I - Unsere Ortsgemeinden:
Herz der Kommunalpolitik im ländlichen Raum
Menschen Heimat geben

Vier Millionen Rheinland- Pfälzerinnen und Rheinland- Pfälzer leben und wohnen in etwa 2.500 Gemeinden, Städten, Verbandsgemeinden und Landkreisen. Diese kommunalen Einheiten sind überschaubar und bieten den Menschen - mehr als in anderen Bundesländern - die Möglichkeit, ihren Alltag und ihr Umfeld mit zu gestalten. So nehmen die Menschen direkt Einfluss auf die Entwicklung ihrer Gemeinde.

Diese Überschaubarkeit der Gemeinden gibt den Menschen eine Heimat, in der sie sich mit ihren Nachbarn und Freunden geborgen und sicher fühlen können. Und das macht den eigentlichen Wert der Kommunalpolitik in Zeiten der Globalisierung aus, in der internationale Entwicklungen und europäische Institutionen immer komplizierter und damit für die Menschen undurchschaubar werden. Bei aller Notwendigkeit von Mobilität und Offenheit für neue Entwicklungen und deren Chancen für alle brauchen wir Orte der Geborgenheit, ein Zuhause und Nähe zu anderen Menschen, mit denen wir gemeinsam unser Umfeld gestalten können.

Die sozialdemokratische Kommunalpolitik fördert diese Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger und ist offen für Anregungen und Impulse.
Verfahrensabläufe straffen

Bei aller Notwendigkeit, Verfahrens- und Verwaltungsabläufe zu straffen, müssen unsere kommunalen Einheiten überschaubar bleiben, um ihre Zukunft in eigener Zuständigkeit selbst planen und gestalten zu können. Dies bedeutet, dass sozialdemokratische Kommunalpolitik - von Gemeinde zu Gemeinde oft anders gewichtet - eigene Schwerpunkte und unterschiedliche Prioritäten setzt, nach Möglichkeit in gutnachbarschaftlicher Zusammenarbeit.
Allzuständigkeit der Ortsgemeinden erhalten und Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden fördern

Bei aller Berechtigung individueller Entwicklungen in unseren Gemeinden müssen unverzichtbare Einrichtungen der Daseinsvorsorge, wie Kinderkrippen, Kindergärten, Grundschulen und insbesondere weiterführende Schulen, ortsnah erhalten bleiben. Dies auch unter dem Aspekt, dass die Bevölkerungsentwicklung in unseren Gemeinden stagniert und in den nächsten Jahren eher rückläufig sein wird. Damit wird auch die Zusammenarbeit zwischen benachbarten Gemeinden in Zukunft noch wichtiger sein als in der Vergangenheit.
Eigene Aufgaben selbst wahrnehmen

Die sozialdemokratische Kommunalpolitik nimmt die Forderung unserer Verfassung nach Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse ernst. Dies bedeutet, dass auch die Menschen im ländlichen Raum Anteil haben müssen am technologischen Fortschritt und in gleicher Weise wie die Menschen in der Stadt Anspruch haben auf eine zuverlässige Daseinsvorsorge. Und deshalb begrüßen wir die mit Überzeugung gegebene Garantieerklärung unseres Ministerpräsidenten Kurt Beck und des Innenministers Karl Peter Bruch, die Allzuständigkeit der Ortsgemeinden zu erhalten und zu stärken.

In gleicher Weise unterstützen wir die Vorschläge der Landesregierung zur kommunalen Verwaltungsreform. Unser Engagement gilt der Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung vor Ort und somit der Verlagerung bislang zentral wahrgenommener staatlicher Aufgaben auf die Kommunen, so wie vom Innenminister vorgeschlagen. Ebenso tragen wir die Vorstellungen der Landesregierung mit, den Vollzug staatlicher und kommunaler Aufgaben in Kommunen, die Sitz mehrerer Kommunalverwaltungen sind, bei einer Verwaltung zu bündeln. Der demographischen Entwicklung stellt die Kommunen in nahezu allen Handlungsfeldern vor große Herausforderungen. Anhaltend niedrige Geburtenzahlen und eine weiterhin steigende Lebenserwartung führen zu einer sich stark verändernden Altersstruktur bei insgesamt deutlich abnehmenden Bevölkerungszahlen. Die Zukunftsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden wird von der positiven Gestaltung dieses längerfristig unumkehrbaren Prozesses abhängen. Daher ist es wichtig, dass die Kommunen auch über das Jahr 2025 hinaus über eine ausreichende Einwohnerzahl, Finanz- und Verwaltungskraft verfügen sollen.

Bei diesen Vorstellungen zur Kommunalverwaltungsreform sehen wir uns auch durch die breite Resonanz und positiv angenommene Bürgerbeteiligung auf Einladung des Innenministers bestätigt.


II - Kommunale Selbstverwaltung als Demokratieprinzip
Die sozialdemokratische Kommunalpolitik nimmt die verfassungsrechtlich garantierte Selbstverwaltung im Rahmen der ihr zugewiesenen Aufgaben ernst und füllt sie aktiv aus: in den Gemeinden und Städten, in den Verbandsgemeinden und Landkreisen. Dazu zählen insbesondere auch die Versorgung mit Energie und Trinkwasser, die Beseitigung von Abwasser, die Abfallwirtschaft, die Pflege und Unterhaltung der eigenen Grundstücke und Gebäude und ein ausreichendes Angebot an kommunalen Wohnungen. Immer öfter nehmen die Kommunen diese Aufgaben nicht mehr wahr und haben private Dritte damit beauftragt.

Dies hat in Teilbereichen zu Fehlentwicklungen geführt, die wir nicht zuletzt in der Energiepolitik mit ihrer monopolistischen Preisbildung zunehmend schmerzlich verspüren. Es ist deshalb ein besonderes Anliegen der sozialdemokratischen Kommunalpolitik, dass die Kommunen ihre Pflichtaufgaben auch wieder selbst wahrnehmen. Mit ihren kommunalen Unternehmen haben die Kommunen ein geeignetes Instrument, um die Daseinsvorsorge zu sichern.

Dies gilt umso mehr, als die Kommunen den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber in der politischen Pflicht und Haftung stehen. Die Aufgabenwahrnehmung der Kommunen selbst hat zur Folge:
Gute Arbeit schaffen

* eine deutliche Stabilisierung der Preise für die Bürgerinnen und Bürger,
* sichere und mitbestimmte Arbeitsplätze vor Ort ohne Abhängigkeit von ferngesteuerten Monopolen,
* auskömmliche Löhne aufgrund der kommunalen Tarifbindung und somit gute Arbeit und
* mehr Versorgungssicherheit.

Ebensolche Fortschritte will die sozialdemokratische Kommunalpolitik mit einer von den Kommunen selbst verantworteten Abfall- , Grundstücks- und Gebäudewirtschaft erzielen.

Die sozialdemokratische Kommunalpolitik begrüßt deshalb die Absicht der Landesregierung, das Gemeindewirtschaftsrecht so zu ändern, dass die zum Nachteil kommunaler Unternehmen geregelte Subsidiarität aufgehoben und somit Chancengleichheit für kommunale Unternehmen im Wettbewerb mit privaten Dritten hergestellt wird. Auch der beabsichtigte Wegfall des strengen "Örtlichkeitsprinzips" im Gemeindewirtschaftsrecht wird zur Chancengleichheit kommunaler Unternehmen im Wettbewerb mit privaten Dritten sorgen. Mit der angestrengten Änderung des Gemeindewirtschaftsrechts werden kommunale Unternehmen auch in benachbarten Gebietskörperschaften - und sei es im Wege der Kooperation - im Bereich der Daseinsvorsorge aktiv unternehmerisch tätig sein können. Dies wird zu mehr Effizienz bei den kommunalen Unternehmen führen und so die Daseinsvorsorge durch die Kommunen flächendeckend gewährleisten.
Dorf und Stadtteil machen Demokratie erfahrbar

Gerade junge Menschen erfahren Demokratie zuerst in ihrem Dorf oder ihrem Stadtteil. Die Mitarbeit in Vereinen und Initiativen fördert die Gemeinschaft vor Ort und macht Demokratie erlebbar. Kindertagesstätten und Schulen vermitteln neben dem erforderlichen Sachwissen auch die Fähigkeit zu sozialem Miteinander. Die Förderung des Einzelnen muss immer wieder in Übereinstimmung mit den Interessen der Gruppe und der örtlichen Gemeinschaft gebracht werden: "Gemeinnutz geht vor Eigennutz".
Selbstverwaltung stärken

Mit Hilfe der Landesregierung und des Landtages wollen wir die kommunale Selbstverwaltung ausbauen und stärken. Bislang vom Staat wahrgenommene Aufgaben sollen Kommunen übernehmen. Das macht Verwaltungsabläufe und Entscheidungen einsichtig und für die Betroffenen nachvollziehbar. Und die Wege zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den Verwaltungen werden kürzer. Zudem bietet diese Regelung aber auch allen Menschen einen Anreiz, sich aktiv einzumischen und an der Meinungsbildung vor Ort teilzunehmen. Der vom Innenminister unterbreitete Vorschlag stärkt die kommunale Selbstverwaltung.