29.11.2010 SPD-Pressestelle
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Stange: Inklusion im Bildungssystem umsetzen – Perspektivlosigkeit verhindern
Anlässlich der Präsentation einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zu den Herausforderungen inklusiver Bildung erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange:
Es gibt in Deutschland einen Rechtsanspruch auf das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im März 2009 ist dies geltendes Recht. Ich fordere die Länder auf, diese Gesetzeslage mit Leben zu füllen und zügig die notwendigen Voraussetzungen für eine vollständige Überwindung des aussondernden Schulsystems zu schaffen.
Die Kultusminister müssen gemeinsame Standards für die personelle und materielle Ausstattung inklusiver Schulen und Kitas vorlegen. Dabei gehören gute Beispiele und mehr Vergleichbarkeit in den Mittelpunkt. Denn es ist nicht rational erklärbar, dass in Mecklenburg-Vorpommern 11,7 Prozent der Kinder einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, während in Rheinland-Pfalz lediglich 4,6 Prozent diagnostiziert werden. Wer in Bremen in die Grundschule kommt, hat bei fast 91 Prozent integrativer Beschulung
wesentlich bessere Lernchancen, als im Nachbarland Hamburg mit lediglich knapp 13 Prozent.
Längst ist bekannt und nachgewiesen, dass vom gemeinsamen Lernen alle profitieren: die Kinder ohne Behinderung können soziale Kompetenzen und Toleranz viel besser entwickeln. Die Kultur der individuellen Förderung kommt nicht nur den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugute, sondern stärkt alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung. Im Interesse gleicher Bildungschancen aller Kinder muss das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder in Deutschland endlich
Realität werden.
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