27.11.2010 SPD-Pressestelle

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Stange: Kleinstaaterei im Schulsystem überwinden

Anlässlich einer Diskussion über die Weiterentwicklung des Schulsystems, an dem Vertreter aus allen Bundesländern teilgenommen haben, erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange:

Wir müssen die Kleinstaaterei im Schulsystem endlich überwinden. Die pragmatische Lösung für ganz Deutschland kann nur in einem Zwei-Wege-Schulmodell bestehen. Neben dem Gymnasium brauchen wir die Gemeinschaftsschule als zweite, gleichwertige Schulform, die alle Abschlüsse bis zum Abitur anbietet. Gymnasien und Gemeinschaftsschulen müssen auf der Basis individueller Förderung die Verantwortung für den Bildungsverlauf jedes einzelnen Schülers übernehmen. Beide Schulformen müssen außerdem das
gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen in ihre pädagogische Praxis umsetzen.

Wir wollen die Gemeinschaftsschule als gebundene Ganztagsschule, die durch kleine Klassen, ergänzende Förderangebote und mehr Zeit bis zum Abitur bessere individuelle Förderung ermöglicht. Die Gemeinschaftsschule muss auf integrierten Unterricht setzen und auf die äußere Differenzierung nach Bildungsgängen verzichten. Das Gymnasium, wo das Abitur schon nach 12 Jahren möglich sein soll, wollen wir verpflichten, jeden seiner Schüler selbst zu einem Abschluss zu führen. Das „Abschieben“ an andere
Schulen muss ein Ende haben.

Dieses Modell kann die Grundlage bilden für einen bundesweiten Schulkonsens. Der ist dringend überfällig. Denn es kann nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler die Leidtragenden sind, wenn ihre Eltern aus beruflichen Gründen in ein anderes Bundesland umziehen müssen. Die Länder müssen sich unverzüglich auf ein gemeinsames Schulmodell einigen, das dann nach und nach bundesweit eingeführt wird. Nationale Bildungsstandards allein reichen nicht aus, um Durchlässigkeit, Mobilität und
Chancengleichheit im deutschen Schulsystem durchzusetzen.

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