27.11.2010 SPD-Pressestelle

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Kein Abschluss ohne Anschluss – Bildungsbrücken für Jugendliche bauen

Anlässlich der gestrigen Expertenanhörung „Übergänge im Bildungssystem erfolgreich gestalten“ erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange:

Was einmal als Brücke in die berufliche Ausbildung und in den Arbeitsmarkt wirken sollte, wird heute zur oft nutzlosen Warteschleife: das sogenannte Übergangssystem mit zahlreichen Berufsvorbereitungsmaßnahmen. 400.000 Jugendliche durchlaufen sie und bleiben dennoch ohne Berufsabschluss und damit ohne Anschluss. Nicht zuletzt der drohende Fachkräftemangel zwingt Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik zum Umdenken. Denn wir können es uns nicht mehr leisten, dass auch nur ein Jugendlicher ohne Abschluss
bleibt.

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD unterstützt Maßnahmen zur frühen Berufsorientierung in den Schulen, die ein enges Zusammenwirken mit den Unternehmen erforderlich machen. Das erfolgreiche duale Ausbildungssystem wird ergänzt durch eine gleichwertige und anerkannte, vollzeitschulische Berufsausbildung. Wer eine berufliche Qualifikation hat, soll außerdem wie ein Abiturient den freien Zugang zur Hochschule erhalten. Die offene Hochschule muss Vorleistungen anerkennen, berufsbegleitende und
Teilzeitstudien ermöglichen. Deutschland ist mit lediglich einem Prozent Anteil beruflich Qualifizierter an den Studierenden internationaler Spitzenreiter in der Abschottung der Systeme akademischer und beruflicher Bildung.

Die SPD fordert die Bundesregierung und die Länder auf, finanzielle und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen, um die offene Hochschule wirklich umzusetzen. Ein erster Schritt dahin könnte eine deutliche Aufstockung der Mittel im Hochschulpakt 2020 sein, um ganz gezielt den Zugang beruflich Qualifizierter in die Hochschulen zu verbessern. Sozial gerecht ist ein Bildungssystem jedenfalls erst dann, wenn kein Abschluss ohne Anschluss bleibt.

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