26.11.2011 SPD-Pressestelle

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SPD hat den „Regine-Hildebrandt-Preis 2011“ verliehen

Vor zehn Jahren starb die ostdeutsche SPD-Politikerin Regine Hildebrandt. Im Gedenken an die beliebte Sozialdemokratin hat die SPD gemeinsam mit dem Forum Ostdeutschland der Sozialdemokratie am Samstag zum zehnten Mal den „Regine-Hildebrandt-Preis“ verliehen. Manuela Schwesig, stellvertretende SPD-Vorsitzende und Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ehrte Hildebrandt in ihrer Festrede im Willy-Brandt-Haus in Berlin als „außergewöhnliche und überaus
menschliche Politikerin“. Sie habe „Brücken gebaut – Brücken zwischen Ost und West und Brücken zwischen den Menschen“, sagte Schwesig. „Sie hat laut ausgesprochen, wo der Schuh drückt. Wenn etwas falsch und ungerecht war, dann hat sie es auf den Punkt gebracht und keine Ausreden zugelassen“, so die stellvertretende SPD-Vorsitzende.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der die Preisverleihung moderierte, bezeichnete Hildebrandt als „großartige Frau, die den Menschen in Brandenburg und überall in Deutschland wahrscheinlich immer als ´Mutter Courage des Ostens´ in Erinnerung bleiben wird“. Platzeck betonte weiter, es sei dahin gestellt, ob sie über einen Preis, der ihren Namen trägt, froh gewesen wäre. Sie würde sich aber über die Gelegenheit freuen, „Projekte in den Fokus zu stellen, die für
mehr Miteinander, für mehr Bildung und vor allem für benachteiligte Menschen eintreten“.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr an zwei Projekte, die sich mit den Folgen des Strukturwandels in den neuen Bundesländern beschäftigen.

Matthias Platzeck, der die Laudatio auf das Modellprojekt „Quillo“ der Kammerphilharmonie Uckermark e.V., hielt, sagte: „Quillo, das sind Menschen, die aus der Orchestermusik kommen und nicht nur an der Staatsoper ein internationales Publikum für sich gewinnen, sondern auch mit Herzblut direkt vor der eigenen Haustür aktiv sind. Es geht ihnen um ihr eigenes Zuhause, ihr ganz persönliches Umfeld. Sie leben in der Uckermark, dort haben sie ihre Kinder großgezogen und andere Jugendliche gleich mit
begeistert. Sie setzen sich stimmengewaltig für mehr Musik und Kultur in ihrem Landkreis ein. Sie wenden sich auch an Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen oder bildungsfernen Familien sowie an Menschen, die schon seit längerem eine Arbeit suchen. Seit 2007 haben sie einen eigenen Ort dafür: das Haus Quillo. Die Uckermark ist ihre geistige und musikalische Lebenslandschaft. Hier findet ihre Musik und alle, die in diesem Chor mitmachen, ein Zuhause.“

Sylvia Bretschneider (SPD), Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, hielt die Laudatio auf den zweiten Preisträger, den Verein „Rothener Hof e.V.“, der sich seit seiner Gründung vor zehn Jahren im Landkreis Parchim in Mecklenburg-Vorpommern engagiert. Durch den Einsatz des Vereins wurde der Rothener Hof vor dem drohenden Verfall gerettet und hat sich als soziales und kulturelles Zentrum der Region etabliert. Neben einer Schreinerei, einer Schmiede und dem Café wurde ein Fußballplatz auf
dem Vereinsgelände gebaut. Vielfältige Aktionen locken Hunderte Gäste ins Dorf. Im Verein engagieren sich Menschen aus Ost- und Westdeutschland, die mit ihrer Arbeit zum Abbau von Vorurteilen beitragen. Der Verein betreibt Aufklärung und bekämpft die Ausbreitung von rechtsradikalem Gedankengut.

Christine Bergmann, langjährige Juryvorsitzende des Hildebrandt-Preises, hat diese Aufgabe an Manuela Schwesig übergeben. Schwesig dankte der ehemaligen Bundesministerin, „dass sie über eine so lange Zeit den Regine-Hildebrandt-Preis mit so viel Herzblut und Engagement begleitet hat“ und versprach, diese gute Tradition fortsetzen zu wollen. Es sei „eine große Ehre“, diese „schöne und ehrenvolle Aufgabe“ nun anvertraut zu bekommen.

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