23.05.2011 SPD-Pressestelle
Email der SPD-Pressestelle
Rede
des Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
Sigmar Gabriel
anlässlich der Preisverleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises
an das Frauen-Fußball-Projekt „Discover Football“
am 23. Mai 2011, Willy-Brandt-Haus.
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Christina Rau,
lieber Henning Scherf,
sehr geehrter Herr Dr. Zwanziger,
verehrte Familie Heinemann,
liebe Mitglieder des Kuratoriums des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises,
vor allem: sehr geehrte Preisträgerinnen und Preisträger,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
seien Sie alle herzlich willkommen hier im Willy-Brandt-Haus zur diesjährigen Preisverleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises. Ich freue mich sehr, dass Sie so zahlreich hier erschienen sind.
Die Preisverleihungen zum Gustav-Heinemann-Bürgerpreis sind immer etwas ganz Besonderes. Das war letztes Jahr so, als wir Heinz Buschkowsky, den Neuköllner Bezirksbürgermeister, ausgezeichnet haben. Und das ist in diesem Jahr auch so, wo wir ein vergleichsweise junges Projekt auszeichnen werden.
Der Gustav-Heinemann-Bürgerpreis existiert schon seit 34 Jahren. Er erinnert einerseits an den ersten sozialdemokratischen Bundespräsidenten der Bundesrepublik, Gustav Heinemann.
Anderseits soll der Bürgerpreis nochmals wachrufen, welche bedeutenden politischen Verdienste und Impulse wir Gustav Heinemann verdanken.
Wenn wir diese aufzählen, kommt eine lange Liste zusammen. Sicher verdanken wir ihm das Bewusstsein, wie wichtig Demokratie ist.
Und das Bewusstsein, dass man sich um Demokratie bemühen muss und sich anstrengen muss, dass sie erhalten bleibt. Denn nichts kommt gerade in einer Demokratie von selbst!
Demokratie bekommt nur dann Gestalt und Gesicht, wenn die aktive und emanzipierte Bürgergesellschaft von den Bürgerinnen und Bürger gelebt und mit Substanz gefüllt wird.
Dazu gehörten nicht nur das bloße Engagement, sondern auch der Widerspruch und das Anprangern von Missständen.
Demokratie leben und Demokratie mit Leben erfüllen, das war Gustav Heinemann so wichtig.
Einen Preis nach diesem Sozialdemokraten zu benennen kann deshalb nur bedeuten, bürgerschaftliches Engagement auszuzeichnen. Engagement für das friedliche, tolerante und vor allem lebendige Zusammenleben in unserem Land und mit anderen Völkern in Europa und darüber hinaus. Ein Engagement Einzelner oder von Gruppen, die den Staat nicht als etwas betrachten, was ihnen fremd gegenübersteht oder sogar über ihnen steht.
Schon die modern gewordene Trennung in das „Staatliche“ einerseits und die sogenannte „Zivilgesellschaft“ ist ja ein seltsames Bild. Da stehen sich zwei Welten gegenüber, wobei das Gegenteil des „Zivilen“ ja eigentlich das „Militärische“ wäre. Für Gustav Heinemann war der Staat weder ein bevormundender „Vater Staat“ noch einer, der einen Alleinvertretungsanspruch für die Gestaltung der Gesellschaft erheben könnte. Ganz im Gegenteil: Bürgerschaftliches Engagement weit über das der
Parteiendemokratie hinaus war für Heinemann das Fundament eines demokratischen Staates. Nicht ein Gegenüber, sondern ihr selbstverwaltetes Eigentum sollte für Heinemann der Staat für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sein.
Die Verleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises ist ein guter Anlass, an diesen großen Sozialdemokraten und sein modernes Staatsverständnis zu erinnern.
Und dies gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen in unserem demokratischen Gemeinwesen nicht mehr ihren Staat erkennen. In der das Misstrauen gewachsen ist, ob nicht doch mächtige wirtschaftliche Einzelinteresse am Ende das Sagen haben und nicht demokratisch gewählte Parlamente. Oder ob nicht die Gewählten sich zu sehr als „Erwählte“ empfinden, ohne jeden Kontakt zu den Alltagssorgen und Hoffnungen großer Teile der Bevölkerung. Ich jedenfalls höre heute weit häufiger als vor vielleicht
20 Jahren den Spruch von „den Politikern“ nach dem Motto: „Die da oben – wir hier unten.“
In einer Zeit, in der wir merken, dass der Wunsch nach Freiheit und Demokratie eben doch ein menschlicher ist und keiner, der nur auf die sogenannte „westliche Zivilisation“ begrenzt ist, sinkt bei uns das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie. Während in Nordafrika Menschen ihr Leben für das Wahlrecht riskieren, sinkt bei uns meist die Wahlbeteiligung.
„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer.“ Diese Worte Willy Brandts bleiben noch immer gültig!
Demokratie bekommt Gestalt und Gesicht, wenn die aktive und emanzipierte Bürgergesellschaft von den Bürgerinnen und Bürger gelebt und mit Substanz gefüllt wird. Eine Demokratie von oben kann dauerhaft nicht funktionieren. Eine lebendige Demokratie braucht Botschafterinnen und Botschafter, braucht Menschen, die sich für das Demokratische in einer Gesellschaft leidenschaftlich engagieren!
Übrigens war es Gustav Heinemann der sehr früh die Auffassung vertreten hat, dass die Bürger möglichst frühzeitig in die Planungen der Behörden einbezogen werden müssen. Für ihn war das ein selbstverständlicher Teil des Leitbildes „Mehr Demokratie wagen“, das die sozial-liberale Regierung von Willy Brandt so entscheidend prägte.
Auch heute geht es wieder darum „Mehr Demokratie zu wagen“. Alle vier Jahre zwei Kreuzchen machen, ist nicht der Gipfelpunkt der Volksherrschaft. Wir dürfen der erwachsenen Demokratie in Deutschland durchaus etwas zutrauen – und uns in den gewählten Parlamenten und Regierungen auch etwas zumuten. Deshalb ist die Einführung von Volksabstimmungen auch auf Bundesebene längst überfällig.
Demokratie leben und Demokratie mit Leben erfüllen, das war das politische Credo von Gustav Heinemann. Denn die wirkliche Gefahr für unsere Demokratie besteht in der Abwesenheit der Bürger, wenn sie sich nicht mehr beteiligen!
Die Preisträger des diesjährigen Gustav-Heinemann-Bürgerpreises leben das genaue Gegenbild zum abwesenden Bürger. Sie engagieren sich auch aus dem Widerspruch heraus, nehmen nicht die Zustände als gegeben hin, sie zeigen Mut zur Zivilcourage, suchen aber auch gleichzeitig nach praktischen Lösungen und wollen Zustände verändern. Sie haben eine Idee entwickelt und packen einfach an!
Das sind die wirklichen Stärken unser Gesellschaft und unserer Demokratie. Denn sie ergeben das Bild einer aktiven und emanzipierten Bürgergesellschaft, deren Bürgerinnen und Bürger die Demokratie immer wieder aufs Neue mit Leben füllen.
Dazu gehört auch selbstverständlich, die Gefahren für die Demokratie sehen und versuchen, dagegen etwas zu unternehmen.
Das trifft alles ziemlich genau auf die Preisträgerinnen zu.
In diesem Jahr haben wir erstmals die Auswahl unserer Preisträger verändert – wenn man so will, haben wir auch unsere Entscheidung zum Gustav-Heinemann-Preis „demokratisiert“.
Diese „Demokratisierung“ haben wir über das Internet hergestellt. Denn wir haben erstmals im Internet einen Aufruf gestartet, uns Vorschläge für die diesjährige Preisverleihung zu schicken. Dabei haben uns 45 interessante und gute Vorschläge erreicht.
Das Kuratorium wählte 8 Vorschläge aus. Diese wurden zur „Abstimmung“ wiederum in Netz gestellt, um eine Vorauswahl der besten 4 Vorschläge durch die User im Netz vornehmen zu lassen. Das Kuratorium hat dann aus diesen 4 Vorschlägen den diesjährigen Hauptpreisträger ausgewählt.
Übrigens: An der Abstimmung per Internet haben sich über 11.000 Menschen beteiligt. Das war ein eindrucksvoller Erfolg für Beteiligungsinteresse!
In diesem Auswahlprozess wurde das Projekt „Discover Fottball“ ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch!
Und wir haben noch einen Sonderpreis ausgewählt für das wirklich absolut überzeugende Projekt „Aktion Zivilcourage“ aus Pirna, zu dem gleich Henning Scherf, der Vorsitzende der Jury, noch eine zweite Laudatio halten wird.
„Discover Football“ bekommt den Bürgerpreis 2011 aber nicht, weil eine Frauen-Fußball-WM in Deutschland stattfindet und ein solches Projekt damit in die Zeit passt. Und weil wir alle insgeheim von einem zweiten Sommermärchen träumen – nach 2006!
Denn der Preis ist ein sehr politischer Preis. Er muss politisch etwas bewirken und verändern. Der oder die Preisträger müssen etwas anstoßen und in Gang bringen.
1976 bei der konstituierenden Sitzung des Kuratoriums umriss der damals zum stellvertretenden Vorsitzende des Kuratoriums gewählte Helmut Gollwitzer die wichtigsten Kriterien für die Preisvergabe und definierte damit knapp und äußerst scharfsinnig Ziel und Absicht des Preises:
„…, dass der Preis deutlich ein politischer Preis sein soll. Man muss den Preisträger daran messen, ob er auch in Richtung politischer Reformen und Veränderungswilligkeit Anstöße gibt. … „
Und das gilt für die Preisträgerinnen und Preisträger 2011 wieder in ganz besonderer Weise: für das Frauen-Fußball-Projekt „Discover Football“ aus Berlin und auch für Sonderpreisträger 2011, die „Aktion Zivilcourage e.V.“ aus Pirna.
Bei dem Projekt „Discover Fußball“ geht nicht nur um Frauen-Fußball, sondern um mehr: Es geht um interkulturelle Verbindungen, die dieser Sport zwischen Frauen unterschiedlicher geographischer, kultureller und ethnischer Herkunft eröffnet!
Und deshalb begrüße ich nochmals ganz herzlich den Präsidenten des DFB, Herrn Dr. Theo Zwanziger, der einer der Hauptförderer der diesjährigen Preisträgerinnen ist.
Lieber Herr Dr. Zwanziger, Ihnen haben wir ja nicht nur die Frauen-Fußball-WM in Deutschland zu verdanken, sondern auch die Unterstützung des heute auszuzeichnenden Projekts. Und deshalb sind wir sehr dankbar, dass Sie heute hier sind und gleich auch noch zu uns zu sprechen. Herzlich Willkommen im Willy-Brandt-Haus.
Bei dieser Gelegenheit: Ich möchte ausdrücklich auch dafür danken, dass der DFB viel für unsere Gesellschaft leistet, nämlich einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt, durch sein Engagement für Integration, gerade im Bereich der Jugendförderung und Nachwuchsarbeit. Auch die Stärkung und Förderung unserer Demokratie durch die DFB-Programme gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Minderheitenfeindlichkeit sind beispielhaft.
Und genau das zeichnet auch das „Discover Football“-Projekt aus.
Ob Gustav Heinemann Sportfan war und auch ein aktiver Sportler, weiß ich nicht, ich habe ihn so jedenfalls nie wahrgenommen. Wir wissen auch nicht, wie er zum Frauenfußball stand. Wir können später ja mal die Angehörigen seiner Familie fragen.
Als Jugendlicher im Ruhrgebiet muss er aber wenigstens in dieser Herzkammer der Sozialdemokratie wie des Fußballsports mit letzterem einmal in Verbindung gekommen sein. Auch wenn es damals wohl eher die Männer waren, die da am Ball waren.
Der Fußball bringt Menschen zusammen, verbindet ganze Nationen und sorgt für Verständigung. Wir erinnern uns gern an die Fußball WM 2006 in Deutschland. Das war ein Fest für Deutschland und hat mehr für unser Ansehen in der Welt gesorgt als manche gute und bedeutende Politikerrede im Ausland! Ich bin sicher: die Frauen-Fußball-WM wird dem in nichts nachstehen.
Ganz in diesem Sinne arbeitet das Projekt. Das ist aber nur ein Aspekt. Das Projekt bietet nicht nur Fußballsport, sondern auch dieses Länder und Völker verbindende Element. Es sorgt für interkulturelle Begegnung, für Austausch und Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen.
Im vergangenen Jahr fand das erste Turnier statt, die Initiatorinnen von „Discover Football“ nennen es „Frauen-Fußball-Begegnungswoche“. Und in vier Wochen geht es in die zweite Runde, vom 26. Juni bis 3. Juli, gibt es das zweite Turnier hier in Berlin.
Dass ein interkultureller Dialog und Austausch stattfindet, zeigen schon die eingeladen Mannschaften. Es sind Frauenteams aus Indien, Afghanistan, Israel, Ruanda, Togo, Kamerun und Brasilien. Das zu organisieren ist schon eine beeindruckende Leistung!
Deshalb ist das Projekt nicht nur ein Fußballturnier, sondern ein internationales Kulturfestival. Es führt Frauen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden.
Ein wirklich herausragendes Beispiel: 2010 waren im Team von Israel Frauen dabei, die aus Israel und den palästinischen Gebieten kamen. Und in diesem Jahr sind im Team von Israel auch Frauen aus Jordanien dabei.
Das bedeutet: Es geht eben nicht nur um Fußball als Sport. Fußball ist heute zugleich eine riesige Transformationsmaschine, um Gesellschaften zusammen zu führen und sie zugleich zu verändern. Und Fußballspiele sind heute längst gesellschaftliche Großereignisse, bei denen die Begegnung und der Dialog im Mittelpunkt stehen. Das Projekt „Discover Football“ setzt genau hier an: Es ist damit ein Vorbild für „friedens- und vertrauensbildende“ Maßnahmen und Vorbild für Völkerverständigung und
ein Stück Friedensarbeit.
Integration und Interkultureller Dialog zeichnet das Projekt aus. Denn nur wenn man miteinander redet, sich austauscht und sich begegnet, kann gegenseitiges Verstehen, Toleranz, Respekt und Achtung entstehen. Das gilt aber nicht nur international und national. Denn das Projekt hat auch einen lokalen Aspekt. In Berlin wird mit dem Projekt ein Stück Integration gelebt und es wird gezeigt, wie das funktionieren kann und funktioniert.
Im Internet ist in der Selbstdarstellung von Discover Football nachzulesen: „ … die kleine WM in Kreuzberg ist ein Signal für das Zusammenleben in Berlin. Interkulturelle Begegnung wird nicht problematisiert, sondern gefeiert. …“
Die Initiatoren glauben an die Kraft der Veränderung, die im Kleinen beginnt, damit etwas Größeres entsteht. Und genau diese Einstellung gehört auch mit zum Vermächtnis von Gustav Heinemann.
Deshalb empfehle ich allen Skeptikern und Zweiflern der gelungenen Integration in Deutschland den Besuch dieser Frauen-Fußball-Mini-WM Ende Juni/Anfang Juli.
Preise für Projekte und Initiativen, die Integration fördern und aktiv am Zusammenleben arbeiten, haben Tradition bei den Gustav-Heinemann-Bürgerpreisen.
Der Preis ging z.B. 1979, also vor über 30 Jahren, an den Kölner Arbeitskreis für das ausländische Kind.
Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, „… vor allem die bildungsmäßige, gesellschaftliche und soziale Gleichberechtigung der ausländischen Kinder und Jugendlichen herbeizuführen…“
Das Frauen-Fußball-Projekt „Discover Football“ trägt ein gutes Stück zur Anti-Diskriminierung bei. Wahrlich eine wichtige Aufgabe in unserer manchmal doch nicht so toleranten Gesellschaft.
Das Projekt trägt emanzipatorische Züge: Frauenfußball als Teil interkulturellen Austauschs und gegenseitiger Öffnung. Damit ist es ein Stück Emanzipation und gelebte und verwirklichte „Genderarbeit“, wie es unsere Neusprachler so hübsch formulieren.
Der Name des Projekts: Fußball zu entdecken für Frauen, spricht für sich.
Ein Turnierteam, die Afghanische Frauennationalelf nutzt Fußball als Möglichkeit, sich gegen die Unterdrückung der Frauen in der von Männern dominierten afghanischen Gesellschaft zu wehren. Damit gehören sie zu den Vorreiterinnen zur Stärkung der Frauenrechte.
Damit wird Fußball für die betroffenen Frauen zum Instrument der Emanzipation. Frauenfußball als Transmissionsriemen für eine bessere Zukunft in noch stark männlich dominierten Gesellschaften.
Sie sehen: Im Projekt vereinen sich viele notwendige, für unsere Gesellschaft und Demokratie lebensnotwendige und überlebensnotwendige Elemente:
- Engagement für unsere Gesellschaft
- der Einsatz für Andere
- der Mut zum Widerspruch
- der Vorbildcharakter für Verständigung und Toleranz und schließlich
- Respekt und Achtung für andere.
Solche Projekte zeigen, wie viel in uns steckt und wie viel inzwischen an Gutem und Vorbildlichen passiert - und auch, wie viel noch zu tun ist – nicht nur bei uns, sondern weltweit.
Es ist schön, dass die Welt auch bei „Discover Football“ in diesem Jahr wieder bei uns zu Gast ist. Lassen Sie uns gute Gastgeber sein!
Vor jeder Verleihung, nachdem wir uns mit dem Preisträger und den vielen anderen vorgeschlagenen potenziellen Wettbewerbern beschäftigt haben, sind wir immer wieder überrascht,
- wie viele Initiativen es in unserem Land gibt, die beharrlich und ohne Scheu vor großer Anstrengung und
Mühe etwas für andere und mit anderen Menschen auf die Beine stellen und sich damit im besten Sinne für
unser Gemeinwesen engagieren,
- und wie viele Projekte existieren, die sich um unsere Demokratie und das, was unsere Gesellschaft im
Kern zusammenhält, kümmern: nämlich Begegnungen und Austausch in unterschiedlichster Form, gemeinsames
Tun auf sehr unterschiedlichen Arten und dabei eine Modernität, die nach vorn weist in eine
interkulturelle Gesellschaft, die in Berlin längst Wirklichkeit ist.
Wir entdecken stets neue, eindrückliche Ideen von Engagement, die uns alle inspirieren. Und zugleich beobachte ich auch, was in unserer Gesellschaft schief läuft und in welchen Bereichen zusätzliches Engagement dringend notwendig erscheint.
Vor allem aber lernen wir Menschen kennen, die ihre Person nicht in den Vordergrund stellen, sich aber umso stärker mit Wucht und Verve engagieren und viel Positives bewirken.
Schon allein wegen dieser „Entdeckungen“ hat der Gustav-Heinemann-Bürgerpreis seine Existenzberechtigung. Wenn es ihn nicht schon gäbe, dann müsste man ihn erfinden und ins gesellschaftliche Leben rufen.
Längst ist dieser Preis so etwas wie ein Such-Raster für Vorbilder!
Bei dieser Gelegenheit gilt das Dankeschön dem Kuratorium des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises, das all die Jahre, seit es den Preis gibt, immerhin schon 34 Jahre, in unterschiedlicher Besetzung für eine kluge Wahl und Auswahl sorgt.
Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich. Und ich wünsche den Haupt- und Sonderpreisträgern für ihre beiden Projekte weiterhin viel Erfolg und die Aufmerksamkeit, die beide Projekte verdienen. Vor allem hoffe ich auf viele, die ihnen nacheifern.
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