07.09.2011 SPD-Pressestelle

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Sigmar Gabriel zum Tod von Hans Apel

Zum Tod von Hans Apel erklärt der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Sigmar Gabriel:

Mit Trauer und Anteilnahme habe ich die Nachricht vom Tode Hans Apels aufgenommen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.

Als 23-Jähriger fand Hans Apel 1955 zur Sozialdemokratie. Nach einer Ausbildung zum Import- und Exportkaufmann hat er ein Jahr vor seinem Eintritt in die SPD ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg begonnen, wo er 1961 zum
Dr. rer. pol. promoviert wurde.

Hans Apel wandte sich schon früh hauptberuflich der sozialdemokratischen Politik zu. Von 1958 bis Ende 1961 war er Sekretär der Sozialistischen Fraktion des Europäischen Parlaments und ab 1962 als Abteilungsleiter dort zuständig für Wirtschafts- und Finanzpolitik. Seine parlamentarische Karriere begann er 1965, als er erstmals direkt in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, dem er bis 1990 angehörte. 1972 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär für Europafragen im Auswärtigen Amt.

Helmut Schmidt berief ihn 1974 als Bundesminister für Finanzen in sein Kabinett. In diesem Amt hat Hans Apel an der Seite Helmut Schmidts, dem er politischer Weggefährte war, für solide Finanzen und sozialen Zusammenhalt gestritten. Er hat mitgearbeitet am „Modell Deutschland“, das in den 1970-er Jahren beispielhaft für sozialen und demokratischen Fortschritt stand.

Nach der Kabinettsumbildung im Frühjahr 1978 übernahm er die Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung. In diesem Amt wurde er schnell ein anerkannter und respektierter Ansprechpartner der Soldaten. Mit nüchternem Pragmatismus, aber auch mit Leidenschaft und Überzeugung hat er dafür gearbeitet, den Frieden in Europa auch unter den schwierigen Bedingungen der Ost-West-Konfrontation Ende der 1970-er und Anfang der 1980-er Jahre zu sichern.


Hans Apel war der Sozialdemokratie über 55 Jahre eng verbunden. Er gehörte dem Parteivorstand von 1970 bis 1988 an und war 1984 bis 1986 auch Mitglied des SPD-Präsidiums.

Nach seinem Abschied aus der Politik widmete sich Hans Apel verantwortungsvollen Aufgaben in Wirtschaft und Wissenschaft. Er war nach der Vereinigung Deutschlands Aufsichtsratsvorsitzender der Energiewerke Schwarze Pumpe AG in Brandenburg, daneben wirkte er als Schlichter von 1991 bis 1996 bei den Tarifverhandlungen im westdeutschen Bauhauptgewerbe und übernahm einen Lehrauftrag am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Rostock.

Als Publizist war Hans Apel zudem rege und wirkungsmächtig, auch wenn er seiner Partei, der er dennoch zeitlebens die Treue hielt, mitunter unverblümt zu verstehen gab, wenn er mit ihr nicht übereinstimmte.

Hans Apel hat in allen seinen Funktionen und Ämtern für die Sozialdemokratie und unser Land Hervorragendes geleistet und die sozialdemokratische Regierungszeit an herausragender Stelle mitgeprägt.

Niemals ließ sich Hans Apel in seinen politischen Grundüberzeugungen beirren. Unvergessen ist sein trockener hanseatischer Humor und seine Leidenschaft für den 1. FC St. Pauli, die zeitlich noch weiter zurückreichte als für die Sozialdemokratie.

Hans Apel hat an hervorragender Stelle mitgeholfen, unser Land wirtschaftlich stark, sozial gerecht und lebenswert zu gestalten. Wir danken ihm und sind stolz darauf, dass er einer der unsrigen war.

Wir trauern mit seiner Familie um einen aufrechten Mitstreiter und großen Sozialdemokraten. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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