24.11.2010 "Jahreshauptversammlung Lebenshilfe"

Presseerklärung

Die Jahreshauptversammlung der Kreisvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung stand im Zeichen einer guten finanziellen Lage des Vereins und war geprägt von der Diskussion über ein neues Grundsatzprogramms, erklärte deren Vorsitzender Carsten Pörksen nach der Versammlung.

In seinen drei Einrichtungen Wohnheime, Förderkindergarten und Familienunterstützender Dienst beschäftige die Lebenshilfe 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien die notwendige Unterstützung erhalten. Wohnheime und Förderkindergarten sind voll belegt, der Familienunterstützende Dienst (FuD) ist ausgelastet, wobei der Wegfall des Zivildienstes durch Aussetzung der Wehrplicht gerade beim FuD große Probleme aufwerfen werde, erklärte Pörksen. Günther Hogl, der Leiter der Wohnheime, machte in der Versammlung deutlich, dass die größer werdende Zahl von älteren Menschen mit Behinderungen neue Herausforderungen für die Lebenshilfe bedeuten. Diesem Thema, zudem sich auch andere Teilnehmer aus der Versammlung äußerten, werde sich die Kreisvereinigung in der nächsten Zeit insbesondere in ihren Werkstätten mit fast 370 Werkstattbeschäftigten annehmen, versicherte der Geschäftsführer Berthold Breit. So werden zur Zeit Überlegungen angestellt, wie für Menschen mit Behinderung, die in den Werkstätten beschäftigt werden, der Wechsel in den Ruhestand gleitend geregelt werden könne, wenn die physische und psychische Kraft nachlasse. In einer älter werdenden Gesellschaft werden auch Menschen mit Behinderung älter und haben Anspruch darauf, ihren Platz mitten in der Gesellschaft zu erhalten, betonte Pörksen. Dies schreibe im Übrigen die UN-Konvention zwingend vor. Dabei bieten die Wohnheime einen wichtigen Beitrag insbesondere in den Fällen, in denen selbstständiges Wohnen nicht möglich sei. Gleichzeitig bemüht sich die Lebenshilfe seit Jahren, betreutes oder eigenständiges Wohnen wo immer möglich, zu verwirklichen, versicherte Hogl. Die Betreuung erfolge dann über den FuD.

Selbstbestimmtes Leben sei Ziel und Bestreben der Lebenshilfe, die aber als Elternvereinigung auch darauf aufmerksam machen müsse, dass der Verwirklichung Grenzen gesetzt seien. Dies habe bei der Diskussion über ein neues Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung Lebenshilfe eine große Rolle gespielt, erläuterte Pörksen in seinem Bericht über den Bundeskongress. Er sei der festen Überzeugung, dass Einrichtungen wie die Lebenshilfe in einer Gesellschaft zunehmenden Egoismusses stärker als bisher ihre Stimme erheben müssten, weil sonst die Schwächeren in unserer Gesellschaft unter die Räder zu geraten drohen. Diese Position wurde den Anwesenden unterstützt und wird dazu führen, dass die Kreisvereinigung Lebenshilfe noch stärker als bisher sich bei sozialpolitischen Themen zu Wort melden werde. Die Jahreshauptversammlung beendete Pörksen mit der Zusage, dass der Vorstand der Kreisvereinigung auch in den kommenden Jahren eine starke Vertretung der Interessen der Menschen mit Behinderung sicherstellen werde.