18.03.2009 Presse Nahebrücke

„Der SPD-Stadtverbandsvorstand und die SPD-Stadtratsfraktion weisen die unqualifizierten Äußerungen des Herrn Anheuser gegenüber dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Burghardt mit aller Schärfe zurück,“ erklärte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Carsten Pörksen nach einer gemeinsamen Sitzung.

Bernd Burghardt habe sich in sehr qualifizierter Art und Weise mit den Vor- und Nachteilen einer Sanierung oder eines Neubaus der alten Nahebrücke auseinandergesetzt und komme zu einem durchaus diskussionswürdigen Ergebnis. Ein Neubau der Brücke statt einer aufwendigen Renovierung ohne uneingeschränkte Sicherheit für 20-25 Jahre müsse Gegenstand der Diskussion werden, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt werde. Dabei sei selbstverständlich, dass nicht zwei Großbaustellen mitten in der Stadt verkraftbar seien und zwar an der Nahe und entlang der Bahn, ganz losgelöst von den Kosten. Deshalb sei ein Abwägungsprozess erforderlich. „Stadtverband und Fraktion teilen die Auffassung von Bernd Burghardt, dass im Falle eines Neubaus der Brücke die geplante Ost-West-Trasse zurückstehen muss,“ so Pörksen weiter. Von dieser Diskussion lasse sich die SPD in Bad Kreuznach auch nicht durch markige Worte des Stadtratskollegen abhalten, diese Form der Auseinandersetzung sei einer wichtigen Entscheidung für die Stadt Bad Kreuznach wenig dienlich, sie erwecke vielmehr den Eindruck fehlender Argumente. Die Vorstellung eines Stützpfeilers in der Nahe zur Absicherung der Brücke für 20 Jahre sei nicht nur ein architektonischer Missgriff sondern beeinflusse eine der schönsten Stellen in der Stadt in unzuträglicher Weise. Im Übrigen sei dieser auch sinnlos, da es sich um eine Spannbetonbrücke handele, bei der die Seile zu reißen drohen.

Folgende Gründe sprechen nach Auffassung Bernd Burghardts für einen Neubau:
1. Negative Erfahrungen mit Kostenschätzungen bei Sanierungen! Hohes Risiko von Unwägbarkeiten, die zu erheblichen Mehrkosten führen können; dagegen sind erfahrungsgemäß Kostenschätzungen bei Neubauten relativ sicher.

2. Alte Brücke ist keine Schönheit; Neubau würde also der Grundidee „Brückenschlag“ = bessere Anbindung der Neustadt durch gestalterische Aufwertung der Brücke besser entgegen kommen.

3. Investitionen in Bauabschnitt „Brückenschlag“ würden bei einer Haltbarkeit der Sanierung von 20 Jahren ebenfalls nur für diesen Zeitraum greifen, müssten also entsprechend auch danach abgeschrieben werden.

4. Hohes Restrisiko hinsichtlich der Haltbarkeit auch nach der Sanierung (vergleiche Aussagen der Gutachter), weil nicht alle Brückenteile begutachtet werden können.

5. Neubau ist in 20 Jahren ohnehin fällig; somit ergibt sich rein aus Kostensicht eine relative Vorzüglichkeit für den Neubau; allerdings muss bei unterschiedlicher Förderung beider Alternativen genau kalkuliert werden. Bei gleicher Förderung ist ein Neubau in jedem Fall zu präferieren.

6. Idee „Mittelstütze“ ist bisher kostenmäßig überhaupt nicht erfasst, muss also ggf. dem angegebenen Kostenrahmen noch zugeschlagen werden. Eine zusätzliche Mittelstütze unter eine Brücke in ein Flussbett zu bauen wird kostenmäßig erheblich zu Buche schlagen. Außerdem gibt es keine aussagekräftigen Bewertungen / Analysen, wie sich ein solches „improvisiertes“ Bauwerk strömungstechnisch bei Hochwasser auswirkt.
Die Planung des Hochwasserschutzes basiert jedenfalls auf einem Modell der Nahe ohne diese Einengung!
Diese Gründe werden vom Vorstand und Fraktion geteilt, so Pörksen abschließend.