06.09.2010 Brief an Minister Hering "Fluglärm" I

Presseerklärung

An das Ministerium für
Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Herrn Minister Hendrik Hering
Stiftstraße 9
55116 Mainz

Fluglärmentwicklung im Raum Bad Kreuznach

Sehr geehrter Herr Minister Hering,

die Fluglärmdiskussion in der Region Mainz / Rheinhessen hat inzwischen bei uns die Frage aufgeworfen, inwieweit auch der Naheraum, insbesondere die Städte Bad Kreuznach und Bad Münster a. St./Ebernburg nach Änderung der Einflugschneisen des Frankfurter Flughafens betroffen sein werden.

Seit längerer Zeit ist eine Zunahme der Flugzeuge in geringerer Höhe über Bad Kreuznach und Bad Münster a. St./Ebernburg bei bestimmten Wetterlagen festzustellen, verbunden mit erhöhter Lärmimmission. Beide Städte sind Kurstädte, die nicht nur wegen ihrer besonders schönen Lage im Nahetal und ihres breit gefächerten Therapieangebots sondern auch wegen der geringen Lärmbelastung bei vielen Rehapatienten und Fremdenverkehrsgästen sehr beliebt sind. Das Land unterstützt, wie Ihnen bekannt ist, die Weiterentwicklung der Kur- und Fremdenverkehrswesens in beiden Städten, insbesondere das beide Städte verbindende Salinental.

Kur und Fremdenverkehr an der Nahe würden erheblich leiden, wenn zutrifft, dass der sogenannte „Luftraum“ C über Bad Kreuznach hinaus ausgedehnt und die Flughöhe erheblich abgesenkt werden. Beides würde eine erhebliche Zunahme des Fluglärms über den Kurorten bedeuten. Wenn Rehabilitation einen Sinn machen soll, dann darf sie nicht durch Belastungsfaktoren wie z.B. Lärm beeinträchtigt werden. Gleiches gilt für den Fremdenverkehr, dessen Hauptaufgabe ein gutes Angebot an Erholungsmöglichkeiten erfordert und auch dieses bedeutet eine Verhinderung von mehr Lärm.

Mir ist bekannt, dass die Landesregierung sich seit längerer Zeit gemeinsam mit der Stadt Mainz und der Region Rheinhessen gegen die beabsichtigten Veränderungen der Flugkorridore des Frankfurter Flughafens zur Wehr setzt, zumal auch der Nachtflug ausgeweitet werden soll. Ich wäre Ihnen deshalb dankbar, wenn Sie mich über den momentanen Sachstand informieren würden auch bezüglich der Frage, ob und wenn ja in welcher Weise der Naheraum von den beabsichtigen Veränderungen betroffen sein würde.

Eine baldige Antwort wäre sehr hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Pörksen
Bad Kreuznach, 06.09.2010